Die Annahme des Erbes des Vaters

Mit der göttlichen Geburt beginnt der Weg des Erben des Vaters. Bis zu diesem Zeitpunkt dienten die Meditationen der Bildung der Substanz der göttlichen Mutter in der Seele. Diese besteht aus einem Teil aus einer Kraft, welche dann entsteht, wenn man den Willen, das Gefühl, den Intellekt und das Bewusstsein gleichzeitig in sich aktiviert, und aus einem Teil aus dem Licht der höheren Ebenen, welches man in den Meditationen erkannt und erfahren hat. Die Annahme des Erbes des Vaters beginnt erst nach der 2. Geburt. Ab diesem Zeitpunkt gehört diese Seele den höheren Ebenen an.

Die Seele des Menschen stammt von der kosmischen Bewusstseinsebene. Die 24 Unsichtbaren dieser Ebene definieren die grundsätzlichen Gesetzmäßigkeiten der Beschaffenheit der Seele. In der Astralebene erhält die Seele ihre Substanzen. Diese stammen von den Archonten und aus dieser Bindung entsteht das Leben, wie es die Menschen innerhalb der physischen Ebene kennen. Mit der inneren Verbindung zur göttlichen Mutter erschafft sich der Meditierende in der Seele eine Substanz, die der Kraft des unsichtbaren Gottes in der kosmischen Bewusstseinsebene entspricht. Es ist dies die höchste Kraft der niederen Ebenen. In gewisser Weise gelangt die Seele in der kosmischen Bewusstseinsebene zu ihrem Ursprung zurück. Man darf jedoch nicht meinen, dass es die Aufgabe ist, sich mit diesem Ursprung zu vereinigen oder mit ihm zu verschmelzen. Wer dies versucht, unterbricht seinen Weg und hält bildhaft ausgedrückt auf halber Strecke inne. Bis zu diesem Zeitpunkt steht vor allem die göttliche Mutter mit der Seele dieses Menschen in Verbindung.

Mit dem Geschehen der göttlichen Geburt tritt der göttliche Vater in das Leben des zum 2. Mal Geborenen. Obwohl derjenige in der physischen Ebene lebt, gehört seine Seele ab diesem Zeitpunkt den höheren Ebenen an. Während des restlichen Lebens im grobstofflichen Körper besteht die Aufgabe darin, das Erbe des Vaters anzunehmen.

Durch die 2. Geburt entwickeln sich die Nüchternheit und eine höhere Form der Unterscheidungskraft. Alle positiven und negativen Taten der Vergangenheit wie auch alle Geschehnisse, die einem widerfahren sind, kommen an die Oberfläche. Man erkennt, wie man selbst agiert und reagiert hat und man erkennt auch, was im Inneren der anderen Menschen vorgegangen ist. Man weiß nun, welche Menschen es gut mit einem gemeint haben und welche Menschen in ihrem Inneren etwas ganz anderes gefühlt und gedacht haben. Viele Erkenntnisse der eigenen Vergangenheit, dies betrifft vor allem auch die eigenen Handlungen, Gedanken und Gefühle, sind für einen zum 2. Mal Geborenen sehr ernüchternd. Jeder Erbe des Vaters hat ein Leben in der Dunkelheit der materiellen Welt gelebt. Die Auseinandersetzung mit der vergangenen Dunkelheit ist nach der göttlichen Geburt ein Teil des Weges. Auch wenn es einem scheint, dass die Dunkelheit der Vergangenheit übermächtig ist und man von ihr wieder eingeholt wird, so ist es eine Gesetzmäßigkeit, dass sich der zum 2. Mal Geborene durch die Erkenntnis davon befreit. Diese Selbsterkenntnis braucht eine gewisse Zeit. Wer versucht, durch gewaltsame Meditationen oder durch eine erzwungene Askese die Selbsterkenntnis zu beschleunigen, schadet sich.

Gleichzeitig nähert sich der zum 2. Mal Geborene dem Licht der höheren Ebenen. Auch das ist ein schrittweiser Prozess. Es ist nicht einfach, dieses Licht anzunehmen. Die tiefe innere Realisierung dessen, wer man ist, braucht eine längere Zeit. Sie ist auch mit einer großen Verantwortung gegenüber sich selbst verbunden. Es kann sein, dass der zum 2. Mal Geborene eine Aufgabe bekommt. Diese hat meist damit zu tun, anderen Menschen zu helfen, dass diese selbst den Weg gehen können. Die 1. Aufgabe eines zum 2. Mal Geborenen ist es jedoch, selbst das Erbe des Vaters anzunehmen. Was es bedeutet, ein Erbe des Vaters zu sein, ist unbeschreiblich. Dann hat man das erfüllt, was die Aufgabe des Menschseins ist.