Der Becher der Nüchternheit

Wer vor der Geburt des physischen Körpers den Becher der Nüchternheit mit den Eigenschaften Weisheit, Gedanken und Nüchternheit zum Trinken bekommt, hat die Voraussetzungen, das Gefängnis der niederen Ebenen zu erkennen, um sich befreien zu können. Nur sehr wenige Menschen haben in ihrem Vorleben die Bedingungen erfüllt, um diesen Becher überreicht zu bekommen. Alle anderen Menschen müssen sich um diese 3 Eigenschaften bemühen. Warum dies so wichtig ist, hängt unter anderem mit einer Kraft zusammen, die wie keine andere Kraft den Menschen innerhalb der grobstofflichen Ebene bindet.

Innerhalb der kosmischen Bewusstseinsebene existieren die 3 Dreimalgewaltigen. Sie gehören zu den mächtigsten Wesenheiten der gesamten niederen Ebenen. Der 1. der Dreimalgewaltigen definiert den Willen des Menschen. Man kann sich diese Art des Willens als schöpferische Kraft vorstellen, über die der Mensch verfügt. Der 2. der Dreimalgewaltigen gibt vor, was das Gefühl ist. Im Menschen bewirkt dieser Dreimalgewaltige eine Art Vakuum. Das bedeutet, dass man über dieses Vakuum die Substanzen des Umraums magnetisch einsaugt und sie dadurch fühlen kann. Auch wenn der Wille und das Gefühl als völlig selbstverständlich wahrgenommen werden, folgen die Menschen diesen Vorgaben und sind dadurch in den niederen Ebenen gebunden. Der Wille und das Gefühl der höheren Ebenen definieren sich über 2 der 3 Amen. Es ist dies eine völlig andere Art der Funktionen des Willens und des Gefühls.

Diese Kraft, welche den Menschen so sehr in der grobstofflichen Dunkelheit bindet, ist der 3. Dreimalgewaltige. Er gibt den Menschen den niederen Intellekt vor. Auch diese Grundeigenschaft des Geistes wird von den Menschen als völlig selbstverständlich und natürlich empfunden.

Die Art des grobstofflichen Intellekts ist fortschreitend. Das bedeutet, dass der Intellekt immer ausgehend von einer Feststellung die nächste Schlussfolgerung darauf aufbaut. Dieses schrittweise Voranschreiten des Intellekts ist seine wesentliche Eigenschaft. Jede alltägliche Verrichtung unterliegt dieser Art der Überlegung. Eine weitere Eigenschaft des Intellekts innerhalb der grobstofflichen Ebene ist seine Oberflächlichkeit. Das hat damit zu tun, dass sich verstandesmäßige Überlegungen immer auf die physische Ebene beziehen. Das betrifft nicht nur die Naturwissenschaften, sondern ebenso alle psychologischen und philosophischen Disziplinen. Immer ist das physische Leben Ausgangspunkt der intelligenten Überlegung. Auch die hermetischen Wissenschaften bilden sämtliche Analogien immer ausgehend von der 1. Ebene. Ein astrologisches Geburtsblatt hat zum Beispiel als Ausgangspunkt die astronomischen Gegebenheiten in der grobstofflichen Ebene. So selbstverständlich und so natürlich, wie diese Art des Intellekts von den Menschen empfunden und gelebt wird, so ist er das größte Hindernis für die Befreiung.

Die Eigenschaft Nüchternheit im Becher der Nüchternheit bewahrt den Menschen vor der Annahme subjektiver Wahrheiten. Diese subjektiven Wahrheiten finden ihren Ursprung in der persönlichen Lebenssituation, der familiären und gemeinschaftlichen Situation und in der Gesellschaft. Solange man diesen Wahrheiten folgt, ist eine nüchterne Betrachtung der Realität nicht möglich. Die Eigenschaft Gedanken beschreibt die Fähigkeit, Gedanken denken zu können, die nicht durch den an die materielle Welt gebundenen Intellekt vorgegeben wird. Man kann diese Art des Denkens vereinfacht als offenes oder freies Denken beschreiben. Auf dem Weg des Vaters kommt der Meditierende immer wieder in Situationen, sich mit Gegebenheiten auseinandersetzen zu müssen, die er zuvor nicht hatte denken können. Es war außerhalb der Möglichkeit und Fähigkeit dieses Menschen, diese Art der Gedanken zu denken. Die 3. Eigenschaft im Becher der Nüchternheit ist Weisheit. Diese Weisheit verbindet die Nüchternheit mit den Gedanken und öffnet dem Meditierenden seinen Weg des Vaters.

Diesen Zugang zu den 3 Eigenschaften kann man sich durch die Meditationen auf dem Weg des Vaters erarbeiten. Dann ist es möglich, diesen Zugang zu bekommen und die Eigenschaften des Bechers der Nüchternheit in sich zu erlernen.