Das schrittweise Erfahren des Wissens

Wer sich auf dem Weg des Vaters befindet, wird selbst zum Forscher des Wissens. Die Art und Weise, wie das Wissen verinnerlicht wird, verwirklicht sich jedoch nicht intellektuell, sondern über die innere Erfahrung. Verstandesmäßig zu wissen, dass zum Beispiel die 24. Unsichtbare (Pistis Sophia) als Gesetzmäßigkeit der Seele die Ursache des Abstiegs der Seele vom 13. Aeon (kosmische Bewusstseinsebene) in die niederen Ebenen ist, bewirkt, dass man in sich eine höhere Ordnung und Struktur des Wissens aufbauen kann. Das ist für viele Menschen eine notwendige Vorbereitung. Es besteht jedoch ein kaum zu beschreibender Unterschied, wenn man um diese Gesetzmäßigkeit nicht nur weiß, sondern sie innerlich erfährt und erlebt. Erst dann hat man erkannt, was die 24. Unsichtbare wirklich ist. Diesen Unterschied zwischen der wahrhaftigen inneren Erkenntnis durch die Erfahrung und einem verstandesmäßigen Studium muss man kennen. Erst durch die Erfahrung weiß man dies wirklich. Das ist ein Ziel der Meditationen.

Eine große Herausforderung ist für viele Meditierende die notwendige Geduld verbunden mit der Nüchternheit. Immer wieder beobachte ich, wie jemand auf dem Weg des Vaters während einer Meditation eine innere Erfahrung erlebt und automatisch annimmt, dass diese der Wahrheit entspricht. Dies geschieht zum Beispiel, wenn jemand über einen Archonten meditiert und mithilfe des Schlüssels des Wachseins die dementsprechende Substanz imaginiert. Die Herausforderung besteht darin, nicht selbstverständlich anzunehmen, dass das Gefühl der Wahrheit entspricht. Es braucht in den Empfindungen der Substanzen eine dauernde Nüchternheit. Die Unterscheidung, ob die Erfahrung einer Substanz auf dem Weg des Vaters der Wahrheit entspricht, sie nur Aspekte der höheren Wahrheit enthält oder der eigenen Vorstellung entspringt, ist nicht einfach. Es bedarf der jahrelangen Praxis der Meditation in Verbindung mit einer großen Nüchternheit.

Es gibt eine Methode, die jeder Meditierende von Beginn an anwenden kann. Es ist dies die oben erwähnte Geduld. Dafür ist es notwendig, nicht automatisch anzunehmen, dass die Erfahrung der Substanz der Wahrheit entspricht, sondern sich der Einschätzung zu enthalten. Eine Substanz, die der Fantasie entspringt, wird sich nach kurzer Zeit auflösen. Wer im oben genannten Beispiel über eine Substanz eines Archonten meditiert und sich im Wachsein davon befreit, wird eine schrittweise innere Veränderung erleben. Die Geduld, die vonnöten ist, bezieht sich darauf, dass der Meditierende oftmals nicht genau weiß, ob er in der Meditation die Substanz des Schlüssels des Wachseins imaginiert hat.

Mit der Zeit schult man dadurch die eigene Nüchternheit und Unterscheidungskraft. Dies wiederum bewirkt, dass man in die Nähe der Gesetzmäßigkeiten auf dem Weg des Vaters gelangt. Dadurch bekommt man die Hilfe, um während der Meditationen das Wissen wahrhaftig erkennen und erfahren zu können.

Viele Meditierende tun sich schwer, es nach der Meditation offen zu lassen, ob man erfolgreich war oder nur Imaginationen der eigenen Fantasie nachgefolgt ist. Diese Geduld, es nicht zu wissen, muss man aufbringen. Indem man es offenlässt, löst sich das Fantasiegebilde auf. Entsprach die Meditation der Wahrheit, dann geschah dadurch eine Veränderung im Sinne des Weges des göttlichen Vaters. Wer die Ausdauer und die Geduld aufbringt, wird mit der Zeit lernen, den Unterschied zu erkennen.

Vor allem ist es notwendig, bevor man mit den Meditationen auf dem Weg des Vaters beginnt, sich gut vorzubereiten. Die Voraussetzungen, um den Schlüssel des Wachseins eines Archonten der grobstofflichen Ebene imaginieren zu können, ist die Praxis der Meditation über die niederen Elemente, über das männliche Prinzip und das weibliche Prinzip, über das Wachsein, über die Vierpoligkeit im Sinne der 4 Grundeigenschaften des Geistes und über die 12 Tierkreiszeichen.