Das alltägliche Leben auf dem Weg des Vaters

Die Seele eines Menschen innerhalb der niederen Ebenen zu verändern oder zu transformieren ist nicht möglich. Die menschliche Seele wird in der höchsten der niederen Ebenen, der kosmischen Bewusstseinsebene, geboren und erhält in der Astralebene und der großen Astralebene über die Archonten diese Substanz, aus der sie selbst besteht. Das Fleisch der Seele ist Teil der niederen Ebenen. Solange ein Mensch innerhalb der niederen Ebenen lebt, ist die Bindung und die Abhängigkeit zu den Archonten eine Gesetzmäßigkeit. Der Versuch, die Seele zu transformieren und gleichzeitig innerhalb der niederen Ebenen, der grobstofflichen Ebene, der Astralebene, der Mentalebene und der kosmischen Bewusstseinsebene zu verbleiben, würde dem Versuch gleichkommen, die eigene Seele in ihrer Beschaffenheit schrittweise aufzulösen. Das ist nicht möglich.

In den Religionen und esoterischen Lehren gibt es unterschiedliche Methoden und Mittel, seelische Eigenschaften im Sinne der jeweiligen Lehre zu verändern. Je nachdem, um welche Ideale es sich handelt, werden diese gefördert. Gleichzeitig gibt es die Bemühungen, negative Eigenschaften zu vermeiden. Alle diese Bestrebungen sind für ein menschliches Leben notwendig. Grundsätzlich gilt, dass positive Eigenschaften den Menschen helfen, sich in Richtung der höheren Ebenen zu orientieren. Die Nächstenliebe, das Mitgefühl und alle Eigenschaften des Dienens gegenüber den Menschen sind die höchsten Eigenschaften der Seele innerhalb der niederen Ebenen. Dadurch ist es möglich, das niedere Ego innerhalb der niederen Ebenen zurückzunehmen. Man darf jedoch nicht vergessen, dass auch durch diese Eigenschaften die Menschen nicht in den Himmel kommen.

Durch den Zeitpunkt und den Ort der Geburt ergibt sich eine gesetzmäßige Struktur der Einflussnahme der Archonten. Diese Archonten bleiben das ganze Leben die bestimmenden Kräfte der Seele der niederen Ebenen. Die Entscheidungsfreiheit des Menschen befindet sich, auch wenn dies von unterschiedlichen Faktoren abhängig ist, innerhalb der Archonten. Die positiven Archonten fördern innerhalb der niederen Ebenen positive seelische Eigenschaften und die negativen Archonten fördern negative seelische Eigenschaften. Innerhalb dieser Struktur befindet sich die Freiheit des Menschen, sich entscheiden zu können. Es ist ihm jedoch nicht möglich, die grundsätzliche Substanz auszutauschen und nun anstelle zum Beispiel des 10. Archon in den Einfluss des 100. Archon zu kommen. Die innerste Substanz in der Seele wird während dieses Lebens der 10. Archon bilden. In Wahrheit sind es viele Archonten, welche die Substanzen der Seele bilden.

Das Problem, welches seit der Sintflut in der religiösen und esoterischen Beschäftigung der Menschen entstanden ist, bezieht sich auf den Versuch, den Einfluss der Archonten in der Seele des Menschen bildhaft ausgedrückt zu überdecken. Wenn nun eine Religion gewisse Eigenschaften der Menschen fördert, dann besteht die einzige Möglichkeit der Aufrechterhaltung, diese Eigenschaften den Menschen andauernd in Erinnerung zu rufen. Dies geschieht durch Regeln und Pflichten oder Gebote und Verbote. Vor allem jedoch ist es die regelmäßige rituelle Praxis, welche diese Eigenschaften immer wieder neu erschafft. Eine religiöse Zusammenkunft mit einem immer wiederkehrenden Ablauf ist ein die niederen Ebenen entsprechendes Ritual. Es dient dazu, die innerste Substanz der Seele des Menschen mit diesen Substanzen zu verbergen. Die große Problematik hierbei ist, dass diese Substanzen, welche die Religionen und esoterischen Lehren durch ihre Rituale im Menschen erschaffen, ebenso entweder den Archonten oder den Aeonen entsprechen. Man verdeckt das Fleisch der gefangenen Seele mit Substanzen, welche ebenso der Gefangenschaft dienen. In der Mentalebene leben tausende von spirituellen Lehrern der Menschheit, welche seelisch-geistige Ideale der Archonten und Aeonen gefördert haben. Eine seelische Veränderung muss oberflächlich bleiben, wenn man nicht das Fleisch der Seele erkennt, welches von den Archonten stammt.

Dies gilt ebenso für sämtliche Versuche der seelischen Reinigung oder Transformation durch unterschiedliche Formen der Askese. Es ist ein Drama, wie viele Menschen versucht haben, sich durch Enthaltsamkeit zu befreien und in Wahrheit nur in den Einfluss dieser Archonten gekommen sind, welche die Lebensbereiche der Askese definieren.

Die einzige Möglichkeit, die Seele zu verändern ist, sich von den Archonten zu befreien. Es geht nicht darum, eine seelische Eigenschaft umzuformen, sondern um einen vollständigen Austausch. Dazu muss man bis in das Innerste der Seele gelangen und diese Substanzen erkennen, die von den Archonten stammen. Die Seele, die in die höheren Ebenen gelangt, besteht aus völlig anderen Substanzen. Es sind dies die Substanzen der Ebenen des Lichtes. Eine Veränderung der Seele ist deshalb keine Transformation, sondern ein Austausch der Substanzen. Anstelle der seelischen Substanzen der niederen Ebenen kommen seelisch-geistige Substanzen der höheren Ebenen. Dieser Austausch geschieht jedoch nicht auf einmal, sondern Schritt für Schritt über viele Jahre. Im alltäglichen Leben bedeutet dies, dass sich der Mensch auf dem Weg des Vaters immer an diesen Lichtsubstanzen ausrichtet. Dieser inneren Orientierung sollte man sich immer wieder bewusst werden. Dadurch nimmt man gegenüber den Archonten und den Aeonen eine andere Stellung ein. Jede Meditation mit einer Lichtsubstanz vermehrt dieses Licht in der Seele, die sich gleichzeitig mit dem höheren Geist vereinigt. Parallel dazu schwindet der Einfluss der Archonten mit jeder Erkenntnis einer Seelensubstanz eines Archons.

Für das alltägliche Leben bedeutet es, dass jede Form der übertriebenen Askese den Weg erschwert und nicht erleichtert. Es ist notwendig, sich gewisse Grenzen zu setzen. Diese Grenzen sollten jedoch das Leben nicht in dieser Weise beeinflussen, dass plötzlich diese Grenzen ins Zentrum der Aufmerksamkeit kommen. Ein Beispiel ist die Praxis vieler Menschen in ihrer Nahrungsaufnahme. Aus dem positiven Impuls heraus, gesunde Nahrung zu sich zu nehmen, hat sich im Laufe der Zeit eine Art Religion entwickelt. Bei vielen Menschen steht nicht die Seele im Zentrum ihrer Entwicklung, sondern der Körper. Das ist eine Religion der Dunkelheit. Der Körper und die Nahrung müssen der seelischen Entwicklung dienen und stehen nicht im Zentrum der seelischen Entwicklung. Wer wenig Geld hat und dementsprechend günstige Nahrungsmittel einkaufen muss, hat die seelische Entwicklung entsprechend keinen Nachteil. Wer den göttlichen Vater bittet, seine Nahrung zu segnen, dient mit dieser Nahrung seinem Weg. Die Gedanken und Gefühle des Menschen beeinflussen den physischen Körper in einer viel stärkeren Weise, wie es die Menschen glauben.

Man muss im Leben eine Mitte zwischen einer zu großen Strenge gegenüber sich selbst und einer Lässlichkeit gegenüber Gewohnheiten finden. Natürlich kann man ein Bier oder einen Wein trinken. Wer dies jedoch übertreibt, wird auf seinem Weg negativ beeinflusst. Auch ist es ohne weiteres möglich und für viele Menschen sogar notwendig, eine normale Form der Sexualität auszuleben. Eine sexuelle Askese, also ein Zölibat, muss sich natürlich entwickeln. Wer sich dazu zwingt, ohne die seelisch-geistigen Voraussetzungen mitzubringen, wird scheitern. In einer analogen Weise kann man mit allen Dingen verfahren. Man muss das Üble an der Wurzel beseitigen. Das sind die Substanzen der Archonten.

Im Zweifelsfall ist es jedoch besser, auf etwas zu verzichten, als es zu übertreiben. Es geht sehr schnell, dass man sich an eine grobstoffliche Annehmlichkeit gewöhnt und sie plötzlich zu einem notwendigen Teil des Lebens wird. Schlechte Gewohnheiten muss man ablegen, harmlose Gewohnheiten kann man in sich dulden.